Unter dem Motto “ Auf in den Norden“ brachen wir recht zeitig 7:00 am auf um einen grossen Teil der Strecke hinter uns zu bringen, bevor es richtig warm wird. Das hört sich nicht nur für euch komisch an, ich liebe diese Temperaturen, die Sonne, den endlos blauen Himmel und das „Nichts“ auf beiden Seiten der Hwy. Die ersten Meilen von Hanford zur Küste und da zur legendären Hwy 1 sind einfach erst mal schnurgeradeaus (zusammen oder nicht) ca. Eine Stunde ist es so flach, das man schier endlos weit blicken kann. Die Einen sagen langweilig und für mich ist es einfach nur toll, diese Weite. In der Ferne tauchten dann die Berge auf und damit kommen dann auch sehr starke Winde, die mich schon recht fordern, da die lange Gabel meines Mopettts doch sehr empfindlich reagiert. Meine Begleiter kennen diesen Weg zu genüge und ich bin da der einzige, der überwältigt ist von diesem Anblick. Von der höchsten Stelle in den Bergen hat man einen phänomenalen Blick auf die Bucht von San Francisco. Es ist etwas diesig, aber mit der Hilfe meiner Freunde, kann ich in der Ferne auch die Golden Gate Bridge ausmachen
Anhand der fallenden Temperaturen erkenne ich, das der Pacific nicht mehr fern ist und da ist er auch schon! Blau- bis türkisfarbendes Wasser mit weißen Schaumkronen auf den gigantischen Wellen unter einem dunkelblauen Himmel,
Die Königin der Highways, die legendäre Hwy 1 verlöuft unmittelbar an der Küstelinie, manchmal direkt am Wasser, mal getrennt durch einen Strand, mit und ohne beeindruckenden Häuser, mal klettert sie steile Berge in engen Kurven hinauf und bietet dabei immer eine gigantische Aussicht.
Wie schon gesagt, diese Strasse verläuft selbst in den Bergen direkt an der Küstenlinie. Sanfte Kurven aber auch spitze Kehren sind der Traum zu Motorradfahren, dazu der grandiose Ausblick. Quatsch nicht der Ausblick, nicht nur einer ……. ich könnte nach jeder Kurve anhalten und verweilen, um diese atemberaubende Landschaft aufzunehmen. Jedoch ich bin mit nativ speakers unterwegs, die das alles als normal hinnehmen und wir haben einen fest Zeitplan. Der erste Campingplatz will vor dem Dunkelwerden erreicht sein und die Zelte müssen stehen. Mittlerweilen bin ich doch ganz gut / schnell im Zeltaufbauen 😆 und für jemanden, der nicht mehr Zelten wollte, muss ich gestehen, ist schon kuhl so dirket am Strand oder zwischen den Redwoods ……
Redwoods, ja auch da schlängelt sich die Hwy 1 immerwieder mal dran vorbei, wenn sie die Küste mal verlässt. Schlagartig wird es dann auch um einiges wärmer. Man könnte meinen beim Bau dieser Strasse hat man bewusst um die Bäume herumgebaut. Die Riesen stehen unmittelbar am Fahrbahnrand und zwingen die Strasse zu unzähligen (geilen) Kurven.
Dann passierte es, Davis Motorrad, eine 1100 Sabre, hatte plötzlich keine Zündung mehr. Zum Glück an einer Stelle , die ein Anhalten ermöglichte und genug Platz bot um zu basteln. David fand denFehler recht schnell, die CDI box hatte einen Wärmeschluss und nachdem wir 30 min pausierten ing es dann weiter. An der Stelle an der wir nun standen war die Aussicht perfekt und als wir da so standen, hielt eine Ferrarifahrer an, um tolle Bilder von diesem coolen Wagen zu schießen. Wie er sagt, hatte er diesen Wagen erst eine Woche und er sei noch ein wenig aufgeregt. Ein netter und lockerer Typ, den wir nochmal wieder treffen sollten.
OK, wir sind dann also weiter und machten dann an einem Cafe, dem „Alice“ stop, um zu frühstücken. Alter, dort brannte die Luft ! Was da so alles vorbei kam, bzw anhielt ……. selten kam ein getunter Porsche, Viper, Mustang, Maserati oder Lamborghini allein , meist tauchen sie in Gruppen auf. Naj und dann kam unser Ferrarifahrer und dieses Auto ist schon ein echter Hingucker.
Es war ziemlich voll im Alice, alle Tische waren besetzt, also ging David auf ihn zu und bot ihm an sich zu uns zu setzen. Junge junge war das ein interessanter Gesprächspartner . Ne ganze Stunde unterhielten wir uns und David fragte ihn zu Anfang, was er denn so beruflich macht um so einen hochpreisigen Wagen zu fahren. Er stellte sich ganz locker vor, I’m Ben Trayno, Vice President Technic im Hause google. Ben, ein Sammler von ungewöhnlichen, sehr hochpreisigen Vehiclen, fast alles Einzelanfertigungen begann begeistert zu erzählen. Er fand unsere Tour mit Zelt klasse, auch er wollte eine sechs wöchige tent camping Tour von der Ost-zur Westküste machen, jedoch mit auf dem Fahrrad. Seine Frau war so stark dagegen, das er einwilligte , das Sie ihn mit einem grossen Wohnmobil begleitet.
Was Ben so da verantwortet und welche Möglichkeiten google so hat ……. mein english ist ja nun mal limited aber, der war echt nett. Schön war auch zu sehen, das die Fahrer dieser selten aus der Nähe zu sehenden Fahrzeuge keinerlei Berührungsängst hatten und freundlich im Gespräch mit interessierten Gästen des „Alice“ waren. Türen und Hauben wurde bereitwillig geöffnet, Fragen beantwortet und klar jede Menge Bilder waren möglich.

Bei nächsten nicht gewollten Halt war dann klar, David musste sich vom AAA (ADAC) nach Hause bringen lassen. Da er aber noch zwei weitere Motorräder hat , folgte er uns zum nächsten Campingplatz und wir setzten die Tour gemeinsam fort.
Dann bemerkten wir, das die VFR von Raquell Öl verliert, zwar nur Tropfen aber stetig. Raquel bastelte „ne ganze Zeit und konnte die Ursache zuletzt auch finden und beheben. In Trinidad, ca. trafen wir dann unseren Freund Gary, der uns Quatier, Verpflegung und eine tolle Tour bot. Glücklicherweise hatten wir für diesen nördlichen Teil Californiens sagenhaft tolles warmes Wetter das sollte sich jedoch in Oregon ändern. Immer noch verfolgten wir die Hwy 1, die in Oregon ebenfalls sehr attraktiv zu fahren ist. Hier sind am Strand und auch nahe zum Strand im Wasser Felsen von mit unter gewaltiger Größe, die eine spektakuläre Brandung erzeugen. Tja, man muss das alles nur auch sehen können. Der Seenebel, der eiskalt landeinwärts zieht, verhinderte oftmals jedoch die Sicht.

Als wenn es nicht sein sollte, machte Davids zweites Bike auch Probleme. Der Vorderreifen war nahezu durch und bei der Suche nach einem Händler, der helfen konnte, musste David 120 Meilen zurück zu Gary nach Trinidad fahren. Der Händler dort stellte dann fest, das sowohl die Bremsen vorn als auch hinten unbedingt gemacht werden müssen. Das war der Tropfen, der das Fass dann zum Überlaufen brachte! Wir beschlossen die Tour abzubrechen und nach Hanford zurückzukehren.

Da die Wettervorhersage höchste Temperaturen ankündigte, wählten wir einen frühen Zeitpunkt und den schnellsten Weg, also 6:30h und Hwy 5 South
Jetzt kommt meine Einlage 😆

Bei jedem Tankstop kontrollierte ich die Verzurrung meine Gepäckrolle, so auch da. Ich denke auf Grund der hohen Temperaturen verformte sich meine Gepäckrolle, sie wurde weich 😂.
Die Haltebänder wurden dadurch so locker, das meine Gepäckrolle ……
Ich sah sie noch zur Seite rollen 😢 ich sah sie da liegen, auf dem linken Seitenstreifen 😭 ich rief meine Freunde an und sagte ihnen was passiert war, wir verabredeten, das wir uns in Hanford freffen. Dann suchte ich im Internet nach der Hwy police, rief dort an und bat um Hilfe.
No problem, they said. Make sure that your are at a safe place and don’t walk back on the hwy. We will pick your bag up!
Zurückgehen wäre gar nicht möglich bei dem starken Verkehr. Plötzlich tauchten meine Freunde auf, sie hatten bei der nächsten Möglichkeit die Hwy verlassen und kamen zurück.
Es bedarf einiger Überredungskünste sie davon zu überzeugen, das es doch keine Sinn macht gemeinsam zu warten. Schließlich düsten sie dann los. Kaum waren sie weg hielt ein klappriger roter Truck hinter meinem Mopettt und ein uriger Typ stieg aus. Man you lost your bag man? Man is that your bag man? Man we pick it up man, no problem man. Come on man, where are you from,man? Gesagt getan, wir verließen N der nächsten Ausfahrt die Hwy, fuhren zurück und pickten meine Rolle von der Strasse. Gerade waren wir zurück am Mopettt, hielt ein Police officer hinter uns und fragte freundlich, ob ich mein Gepäck bereits hätte, er hätte nichts finden können. Nachdem er sah, das unser Standort safe war, verabschiedete er sich und sprintete mit seinem Car davon. Mit doppelt und dreifacher Verzurrung machte ich mich dann auf den Heimweg.

Ups, war das diesmal aber lang 😉 schlaft mir beim lesen nicht ein 😆